stationäre Akutpsychosomatik

Akutpsychosomatische Kliniken

 

Neben den für die Grundversorgung zuständigen psychiatrischen Akutkliniken haben sich (was weltweit ein Novum darstellt) in den letzten 30-40 Jahren mehr und mehr akutpsychosomatische Kliniken mit Schwerpunkt auf eine multimodale psychotherapeutische Behandlung in Deutschland etabliert. In den Anfängen zeigten sich zwei strukturelle Strömungen:

 

Einerseits etablierte sich die stationäre Akutpsychosomatik zunächst vor allem aufgrund der historischen Nähe des Facharztes für Psychosomatik zur Inneren Medizin an somatischen Krankenhäusern in Form von kleinen psychosomatischen Abteilungen/Stationen (z.B. Universitätsklinik Heidelberg, Krankenhaus Tauberbischofsheim, Krankenhaus Fulda, Krankenhaus Darmstadt).

 

Auf der anderen Seite wurden im ländlichen Bereich große psychosomatische Schwerpunktkliniken mit dem Fokus auf die störungsspezifische Behandlung von Essstörungen, somatoforme Störungen, Persönlichkeitsstörungen, sowie Angst- und Zwangsstörungen aufgebaut (z.B. Schön Klinik Roseneck in Prien a. Chiemsee, Klinik Windach, Kirinus Fachklinik Bad Tölz).

 

Ein großer Unterschied zu den psychiatrischen Akutkliniken stellt das Aufnahmeprocedere dar: In der Regel gibt es nach der telefonischen Anmeldung ein persönliches Vorgespräch, in dem noch einmal die Indikation für eine stationäre akutpsychosomatische Behandlung geprüft wird und beurteilt wird, ob das Kliniksetting auch für die Belange des/der PatientIn ausgerichtet ist. Ist die Indikation bestätigt, so dauert es in der Regel noch einmal mehrere Wochen bis Monate, bis die Klinikaufnahme tatsächlich erfolgt.

 

Für eine Aufnahme in eine solche Klinik benötigt es die Einweisung eines Facharztes, einen Arztbericht und persönliche Angaben (die meist in speziellen online-Fragebögen erfasst werden). Die Kosten für die Behandlung übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen, manche Kliniken behandeln nur Privatpatienten oder Selbstzahler.

 

In den akutpsychosomatischen Kliniken besteht ein multimodales Behandlungssetting mit Ärzten (Fachärzte für Psychosomatik oder Psychiatrie, Internisten, Allgemeinmediziner, Neurologen, Schmerzspezialisten), psychologischen Psychotherapeuten, Pflegepersonal, ErgotherapeutInnen, Sport- bzw. BewegungstherapeutInnen, Musik- und/oder KunsttherapeutInnen, Sozialdienstmitarbeiter, das eine Behandlung rund um die Uhr gewährleisten kann. Häufig bilden Gruppenpsychotherapien den Schwerpunkt der stationären akutpsychosomatischen Behandlung, flankiert von der Einzelpsychotherapie und weiteren komplementären (ergänzenden) Maßnahmen (siehe oben angegebene Berufsgruppen).