Psychiatrische Institusambulanz (PIA)

 

Psychiatrische Institutsambulanzen sind meistens an psychiatrische Fachkrankenhäuser oder an psychiatrische Abteilungen von Allgemeinkrankenhäusern angegliedert. So hat zum Beispiel das Fachkrankenhaus (BKH) Lohr PIA´s in Lohr, Alzenau, Aschaffenburg und Miltenberg oder die Psychiatrie Tauberbischofsheim in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim.

 

Eigentlich ist gemäß Sozialgesetzbuch V §118 Absatz 2 die Behandlung in den PIA´s psychisch Kranken vorbehalten, die „wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer Erkrankung einer spezifischen ambulanten Behandlung durch Psychiatrische Institutsambulanzen bedürfen.“

 

Die PIA´s halten ein multiprofessionelles bzw. komplexes Behandlungsangebot vor mit FachärztInnen für Psychiatrie und Psychotherapie, medizinischen FachangestelltInnen, psychologischen PsychotherapeutInnen, einem Sozialdienst, ambulant aufsuchender Pflege und Ergotherapie. Es gibt in der Regel in diesen ambulanten Einrichtungen Möglichkeiten für die Verabreichung von Depotmedikamenten, sowie Laborwerte zu bestimmen und EKG-Untersuchungen vorzunehmen.

 

Für Patienten, die in einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung sind und vom Hausarzt oder einem psychiatrischen/psychosomatischen Facharzt überlappend Psychopharmaka erhalten, sollte eine zusätzliche Behandlung in einer PIA (Doppelversorgung) vermieden werden, es sei denn die Schwere der psychischen Erkrankung überschreitet die medikamentösen Behandlungsmöglichketen des Hausarztes oder Facharztes (Depotmedikation, kombinierte Psychopharmakotherapie, regelmäßige Spiegelkontrollen unter Lithium etc.).