Die stationäre oder teilstationäre psychiatrische Behandlung erfolgt in Deutschland in sogenannten Schwerpunktkrankenhäusern meist auf dem Land in sogenannten Bezirkskrankenhäusern (zum Beispiel BKH Lohr, BKH Werneck, ZfP Wiesloch, ZfP Weinsberg, etc.). Darüber hinaus gibt es in somatischen Krankenhäusern angegliederte Abteilungspsychiatrien (wie z.B. im Krankenhaus Tauberbischofsheim, Krankenhaus Fulda), die örtlich in einem somatischen Krankenhaus mit integriert sind und auch organisatorisch Teil des gleichen Krankenhauses sind (gleicher Träger). Weiterhin gibt es an den Universitätskliniken große Abteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie.
Früher war die stationäre Psychiatrie sehr stark stigmatisiert: „Irrenanstalt“, „gib acht, sonst kommst nach Lohr“. Diese Stigmata haben jedoch nichts mit der Realität der heutigen (sehr hohen) Behandlungsstandards in den psychiatrischen Krankenhäusern in Deutschland zu tun.
Die großen Schwerpunktkrankenhäuser, Abteilungspsychiatrien und Universitätskliniken sind so ausgestattet, dass sie für schwerste psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter auch im Notfall ein niederschwelliges multimodales Behandlungsangebot (Psychopharmaka-therapie, Sozialarbeiter, Ergotherapie, Sport- und Bewegung, Entspannungsverfahren, Elektrokrampftherapie, Magnetstimulationsverfahren, qualifizierte Entzugsbehandlungen etc.) anbieten können. So gibt es zum Beispiel Akutstationen für schwerdepressive PatientInnen mit suizidalen Krisen oder für PatientInnen mit Psychoseerkrankungen, die beschützt geführt werden können, um die PatientInnen und/oder das soziale Umfeld vor Ihren Krankheitssymptomen zu schützen. Teilweise werden Schwerpunktstationen für Menschen über >65 Jahre (Gerontopsychiatrie), Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol und/oder illegale Substanzen), affektive Erkrankungen (z.B. Depressionen, bipolare Störung) angeboten. Mittlerweile wurden an vielen psychiatrischen Krankenhäusern auch psychotherapeutische Schwerpunktstationen für Emotionsregulationsstörungen (Borderline- Struktur, ADHS, ADS, Autismusspektrumstörungen) oder chronische Depressionen (CBASP, IPT, Schemathereapie) etabliert.
Somit besteht ein breit gefächertes an den aktuellen Richtlinien und Studienlagen orientiertes stationäres Behandlungsangebot, was nicht im Entferntesten etwas mit den Klischees aus der Vergangenheit zu tun hat (Bsp.: Film „Einer flog übers Kuckucksnest“).